Tierinfo

Wissenswertes rund um das Tier und dessen Haltung

Aktuell

Qualvolle Tiertransporte in Drittländer endlich stoppen!

Die Bundestierärztekammer (BTK) fordert Tierschutz bei Transporten. Berichte über eklatante Missstände bei Tiertransporten in Länder außerhalb der EU haben bereits 2017 die Öffentlichkeit erschüttert. „Es müssen unverzüglich durchgreifende Maßnahmen, die nachhaltig für die Abstellung der Mängel sorgen, ergriffen werden“, so Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK), damals. Er forderte die EU, die Bundesregierung und die Länder auf, unverzüglich die Abfertigung von Tiertransporten in Drittländer bis auf weiteres zu untersagen.

www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-tiertransport-grenzenlos-102.html

Die aktuelle Reportage „Tiertransport grenzenlos – Leder für Deutschland“ aus der ZDF-Reihe „37°“ thematisiert jetzt erneut die Missstände auf den Transportrouten: z.T. tagelange Wartezeiten in sengender Hitze ohne angemessene Versorgung der Tiere an den Außengrenzen der EU und tierschutzwidrige Transport- und Schlachtbedingungen in den Zielländern. An der katastrophalen Situation hat sich seit der Berichterstattung von 2017 trotz zahlreicher Debatten nichts geändert.

Die BTK fordert:

  • Die Abfertigung von Tiertransporten nur dann zu erlauben, wenn vor dem ersten Transport auf einer Route durch eine unabhängige Kommission abgesichert ist, dass alle Tierschutzanforderungen lückenlos eingehalten werden,
  • die unbedingte Einhaltung der im Europäischen Übereinkommen über den Schutz von Tieren beim internationalen Transport festgelegten Anforderungen,
  • eine zügige Abfertigung von Tiertransporten beim Grenzübertritt und, sofern Warte-zeiten in Einzelfällen unvermeidlich sein sollten, ein zügiges Abladen und eine ordnungsgemäße Versorgung der Tiere während der Wartezeiten in geeigneten und von den zuständigen Behörden zu kontrollierenden Unterbringungen,
  • Transportzeiten grundsätzlich so kurz wie möglich zu halten und Schlachttiere so nah wie möglich am Ort der Erzeugung zu schlachten. Der Transport von lebenden Tieren sollte, wo immer möglich, durch den Transport von Schlachtkörpern bzw. tierischen Erzeugnissen ersetzt werden.

Pressemeldung der BTK (Bundestierärztekammer) vom 19.02.2020

Bild: Artem Beliaikin from Pexels

Änderung der GOT für den Notfalldienst tritt am 14.02.2020 in Kraft

Am 13.02.2020 wird im Bundesgesetzblatt die vierte Verordnung zur Änderung der Tierärztegebührenordnung (GOT) veröffentlicht, damit tritt sie am 14.02.2020 in Kraft und muss von jeder Tierarztpraxis im Notfalldienst angewandt werden.

Innerhalb des tierärztlichen Notfalldienstes (außerhalb der regulären Sprechzeiten von 18 Uhr bis 8 Uhr morgens, an Wochenenden und Feiertagen), muss jede Tierarztpraxis zukünftig mindestens mit dem zweifachen bis maximal dem vierfachen Gebührensatz abrechnen, zusätzlich ist die Erhebung einer Notdienstgebühr von 50,00 € (59,50 € incl. MwSt) gesetzlich vorgeschrieben!

Diese gesetzliche Verpflichtung entfällt für Leistungen, die im Rahmen der regulären Sprechzeiten erbracht werden. Wenn die reguläre Sprechstunde z.B. bis 20 Uhr geht oder am Samstag eine reguläre Sprechstunde angeboten wird, dann gilt dieser Zeitraum nicht als tierärztlicher Notfalldienst. Für die regulären Sprechstunden ändert sich also nichts.

Außerdem wird im § 9 das Wegegeld den gestiegenen Kosten angepasst. Das Wegegeld beträgt bei Benutzung eines eigenen Kraftfahrzeuges je Doppelkilometer nun 3,50 Euro, mindestens jedoch 13,00 Euro. Der bisherige Nachttarif (§ 9 Absatz 2 Satz 2) entfällt.

Diese Veränderungen treten einen Tag nach Verkündigung in Kraft. Die Verkündung erfolgt im Bundesgesetzblatt unter BGBl. I S. 158: www.bgbl.de/.

Der flächendeckende Notdienst stellt einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz dar und muss zwingend aufrechterhalten werden. Dafür ist ein enormer Personalbestand erforderlich und das tierärztliche Personal als auch die Hilfskräfte müssen angemessen bezahlt werden. Viele Klinik- /Praxisinhaber können die gestiegenen Behandlungszahlen im Notdienst mit dem vorhandenen Personal nicht mehr bewältigen. Eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung ist inzwischen nur noch in Ballungsgebieten möglich oder mit langen Anfahrten und Wartezeiten verbunden. Daher ist die Anpassung der GOT für den Notfalldienst eine wichtige Maßnahme, um diesen zukünftig gewährleisten zu können.

Was ist ein Notfall?

Im Notfalldienst werden Patienten außerhalb der üblichen Sprechzeiten, nachts, an Wochenenden und Feiertagen tierärztlich versorgt. Immer wieder landen Fälle beim Notdienst, die auch in den normalen Sprechzeiten hätten behandelt werden können. Denn zeigt das Haustier schon seit einiger Zeit Symptome, die den Tierhalter nun plötzlich beunruhigen, sollte man überlegen, ob der Tierarztbesuch nicht auch bis zum nächsten Werktag warten kann. Denn der Notfalldienst sollte Notfällen vorbehalten sein! Außerdem muss dem Tierbesitzer bewusst sein, dass auch aufgrund der Bereitstellung des Personals für den Notdienst die Kosten für eine Notfallbehandlung um ein Mehrfaches über denen einer Behandlung innerhalb der normalen Sprechzeiten liegen.

Was ist ein Notfall?

Bild von J C auf Pixabay

(11.02.2020)

Afrikanische Schweinepest im Westen von Polen

Afrikanische SchweinepestDer polnische Veterinärdienst hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) darüber informiert, dass am 14.11.2019 bei einem tot aufgefundenen Wildschwein in der Woiwod-schaft Lebus im Kreis Wschowski – etwa 80 km von der Grenze zu Brandenburg entfernt – Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt wurde. Seit 5 Jahren gibt es ein Seuchengeschehen im Osten von Polen, das ungefähr 250 km von dem jetzigen Fall entfernt ist.

Für das Ministerium steht die Prävention an erster Stelle. Bereits im Juni 2018 haben die Veterinärbehörden von Polen und Deutschland eine gemeinsame Übung durchgeführt, die einen raschen Informationsfluss nach Feststellung der ASP zwischen den lokalen sowie den übergeordneten Veterinärbehörden beider Länder sicherstellen soll.

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Das ist doch krank! – „umdenken-tierzuliebe“

Qualzuchten Tierleid Dr. Heidemarie Ratsch Tierärztekammer BerlinPlakatkampagne der Tierärztekammer Berlin gegen Qualzuchten

Berlin, 6. November 2019 – Mit ihrem aktuellen Kampagnenslogan „Das ist doch krank!“ möchte die Berliner Tierärztekammer den Trend zum unbedachten Tierkauf stoppen und potenzielle Käufer sensibilisieren. Seit dem 1. November sind in Berlin auf Bussen, in U-Bahnen und in Plakatvitrinen in U-Bahnhöfen Plakate gegen Qualzucht veröffentlicht, auf denen Tierärztinnen und Tierärzte Stellung beziehen. „Der Hang zum Besonderen darf nicht auf die Kosten der Tiergesundheit gehen“, mahnt die Präsidentin der Tierärztekammer Berlin, Dr. Heidemarie Ratsch. Auch solle jede Nutzung von Defektzuchten in der Öffentlichkeit durch Werbung oder in Filmen unterlassen werden, um den Erwerb solcher Tiere nicht zusätzlich anzureizen.

Neben Dr. Ratsch referierten bei der gestrigen Pressekonferenz zur Plakatkampagne noch vier weitere Experten zum Thema. Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK), berichtet über die wichtige Aufklärungsarbeit der BTK-Arbeitsgruppe „Qualzuchten“, der auch vier weitere große veterinärmedizinische Verbände angehören. Aktuell wurde ein neuer Flyer erstellt, um zukünftige Tierhalter über verschiedene Qualzuchtmerkmale bei Katzen zu informieren.

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Nicht süß, sondern gequält!

Perserkatze QualzuchtDie Bundestierärztekammer (BTK) hat den neuen Flyer „Kulleraugen und Faltohren: Nicht süß, sondern gequält!" in Zusammenarbeit mit fünf weiteren großen veterinärmedizinischen Verbänden erstellt, um zukünftige Tierhalter über verschiedene Qualzuchtmerkmale bei Katzen aufzuklären. Es ist nicht „normal" wenn das Tier haarlos ist, gefaltete Ohren, keinen Schwanz oder dackelkurze Beine hat! Leider wissen viele Menschen nicht, dass ein scheinbar niedliches Aussehen mit dem Leid der Tiere erzüchtet wurde.

Die Broschüre informiert über Eigenschaften, die bei Qualzuchten häufig vorkommen und bietet den Tierhaltern eine praktische Checkliste, die sie vor dem Kauf eines Tieres durchgehen können.

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West-Nil-Virus in Hamburg nachgewiesen

Bei einer letzte Woche in Altona gefundene toten Heckenbraunelle ist das tropische West-Nil-Virus (WNV) nachgewiesen worden. Dieses Virus, das zuerst in Zentralafrika entdeckt wurde, breitet sich - unterstützt durch den Klimawandel - zunehmend nach Norden aus. In Deutschland wurde das WNV im August 2018 bei einem Bergkauz aus Halle a.d.Saale entdeckt, im weiteren Verlauf des Jahres 2018 beliefen sich die amtlich festgestellten Infektionen auf 12 Vögel und 2 Pferde. Das FLI bestätigt für 2019 seit Juli insgesamt 13 Fälle, davon 1 Reitpony und 12 verschiedene Wildvögel. Man vermutet, dass das WNV in heimischen Mückenarten überwintert hat und vermutlich noch mehr Fälle dazukommen werden. Auffallend war, dass vor dem ersten WNV-Fall (2018 und 2019) vermehrt das verwandte Usuntu-Virus bei Wildvögeln nachgewiesen wurde und es in manchen Regionen zu gehäuften Todesfällen besonders von Amseln kam.

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Tierärztliche Verbände fordern Zulassungspflicht für Betäubungsgeräte

ZUlassungspflicht Betäubungsgeräte FerkelkastrationUnsicherheit bei Schlachthöfen: Nur noch vier Monate Zeit für Anschaffung und Nachrüstung elektrischer Betäubungsgeräte und -anlagen. Unklar ist, ob die derzeit auf dem Markt angebotenen Geräte für tierschutzkonforme Betäubung geeignet sind, da keine Bauartzulassung mit Funktionsprüfung erfolgt. Tierärztliche Verbände fordern deshalb eine entsprechende Zulassungspflicht.

Das Thema Elektrobetäubung von Schweinen im Rahmen der Schlachtung führt regelmäßig zu Schlagzeilen. Nicht nur von Journalisten, sondern auch bei wissenschaftlichen Untersuchungen und amtlichen Kontrollen werden dabei inakzeptabel hohe Quoten an schlecht betäubten Schweinen festgestellt.

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Tierärztinnen und Tierärzte am digitalen Pranger

Benutzerportale, die für die Bewertung von Dienstleistungen und auch medizinischen Einrichtungen konzipiert wurden, werden zunehmend missbraucht, indem statt sachlichen Argumenten und Beurteilungen nicht-substanzielle Anschuldigungen vorgebracht werden, die immer häufiger sogar in Gewaltandrohungen gegen Betroffene gipfeln. Durch einfache Vervielfältigung in sozialen Netzwerken entwickeln sich innerhalb kürzester Zeit sogenannte „Shitstorms“.

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Unterschätzte Behandlungskosten – Wie soll ich das nur bezahlen?

Die Bundestierärztekammer (BTK) empfiehlt Besitzern von Klein-/Heimtieren eine Tierkrankenversicherung abzuschließen. Präsident der BTK und Kleintierpraktiker, Dr. Uwe Tiedemann, sieht in der Optimierung von Versorgungsleistungen einen engen Zusammenhang mit steigenden Kosten für die Tierhalter. „In meinem Praxisalltag habe ich schon das eine oder andere unangenehme Gespräch mit Tierbesitzern führen müssen, weil sie von den bevorstehenden Kosten für eine nötige Operation ihres Hundes völlig überrascht waren", erzählt Dr. Tiedemann.

Eine Versicherung ist von Vorteil, da unvorhersehbare Ereignisse wie z. B. ein Unfall oder eine langwierige Erkrankung Tierhalter vor eine große finanzielle Herausforderung stellen können und so die tierärztliche Versorgung gewährleistet ist. Für die Auswahl einer passenden Tierkrankenversicherung sollte man sich Zeit nehmen, denn natürlich ist das eine sehr individuelle Angelegenheit und die Versicherungen unterscheiden sich oft sehr stark in ihren Leistungsumfängen. Tierärzte beraten unsichere Tierhalter gern und helfen, eine geeignete Lösung für das jeweilige Tier zu finden. Denn Faktoren wie Alter, Rasse, Vorerkrankungen und Haltung spielen eine wichtige Rolle dabei, den passenden Versicherungsschutz zu finden.

Was sollte im Versicherungsschutz enthalten sein?

  • freie Tierarztwahl
  • Therapiefreiheit des Tierarztes
  • Durchführung von regelmäßigen Prophylaxemaßnahmen wie Impfungen, Geriatrie Screening und Gesundheitschecks
  • Operationen und deren Nachsorge
  • Kostenübernahme bis zum dreifachen Satz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), damit z. B. auch Notfälle und Unfälle abgedeckt sind
  • es sollte transparent sein, welche Leistungen und Kriterien vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind (z. B. Altersgrenze, Erbkrankheiten, chronische Krankheiten, Naturheilverfahren, Operationen)

(BTK 8.8.2019)

Vorsicht vor Fälschungen von Tierarzneimitteln

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) informiert (8.2019): Bisher waren Fälschungen im Bereich Tierarzneimittel - anders als bei Humanarzneimitteln - sehr selten. Jetzt kommt es auch bei Tierarzneimitteln gelegentlich zu Meldungen über gefälschte Produkte auf dem Markt. Diese werden in der Regel über das Internet veräußert.

Es ist oft nicht einfach, als Laie Fälschungen zu erkennen, da sie dem Originalpräparat häufig täuschend ähnlich sehen. Fälschungen können anders zusammengesetzt sein als das Originalprodukt, z. B. zu wenig oder keinen Wirkstoff enthalten und somit unwirksam sein. Misstrauisch sollte man werden, wenn die Verpackung und/oder das Arzneimittel anders aussehen als beim bekannten Original. So kann z. B. die Beschriftung nicht in deutscher Sprache sein, die Verpackung kann ungewöhnliche Aufkleber tragen oder das Produkt wird ohne Umverpackung veräußert. Bei verdächtig günstiger Ware oder dubiosen Internetadressen sollte man von einem Kauf lieber Abstand nehmen, da es sich um eine Fälschung handeln könnte.

Tierarzneimittel, die in Deutschland verschreibungspflichtig sind, dürfen nicht ohne Vorlage eines vom Tierarzt ausgestellten Rezeptes über das Internet gekauft werden, auch wenn sie z. B. durch eine niederländische Webseite angeboten werden! Auch apothekenpflichtige Tierarzneimittel dürfen im Internet nur über zertifizierte Internetapotheken bezogen werden.

Um den Kauf von Fälschungen zu vermeiden, empfiehlt das BVL, Tierarzneimittel nur direkt beim behandelnden Tierarzt, in der Apotheke oder über eine zertifizierte Online-Apotheke zu beziehen. Wenn Sie ein Tierarzneimittel erhalten haben, bei dem Sie glauben, dass es sich um eine Fälschung handelt, wenden Sie sich bitte an die entsprechende Firma oder die zuständige Landesbehörde. Bei der Suche nach den richtigen Kontaktdaten kann Ihnen das BVL unter folgender E-Mail-Adresse weiterhelfen: 317@bvl.bund.de

Video: Gefälschte Tierarzneimittel

Töten männlicher Küken tierschutzrechtlich nur noch übergangsweise zulässig

Image by Colleen McGarry from PixabayPressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts vom 13.06.2019
Das wirtschaftliche Interesse an speziell auf eine hohe Legeleistung gezüchteten Hennen ist für sich genommen kein vernünftiger Grund i.S.v. § 1 Satz 2 des Tierschutzgesetzes (TierschG) für das Töten der männlichen Küken aus diesen Zuchtlinien. Da voraussichtlich in Kürze Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zur Verfügung stehen werden, beruht eine Fortsetzung der bisherigen Praxis bis dahin aber noch auf einem vernünftigen Grund. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig heute entschieden.

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Anleinpflicht in Wäldern, Naturschutzgebieten, geschützten Biotopen und Landschaftsschutzgebieten beachten!

Das bestehende Anleingebot gilt in Wäldern, Naturschutzgebieten, geschützten Biotopen sowie in Landschaftsschutzgebieten. Die Anleinpflichten bestehen in den o.g. Gebieten auch für diejenigen Personen, die Inhaber einer Befreiung von der Anleinpflicht nach dem Hundegesetz sind. Vielfach führt die Missachtung der Leinenpflicht durch Hundehalterinnen und -halter zum Tod von Rehen.

Bei Verstößen gegen Anleingebote in diesen Gebieten handeln Hundehalterinnen und Hundehalter ordnungswidrig und müssen mit einem Bußgeld von bis zu 250 Euro rechnen. In schwerwiegenden Fällen kann das Reißen von Wildtieren durch einen nicht ausreichend beaufsichtigten Hund auch als Straftat nach dem Tierschutzgesetz geahndet werden. Das Hundegesetz sieht zudem die Möglichkeit der Untersagung der Hundehaltung bei mehrfachen oder einem groben Verstoß gegen das Hundegesetz vor.

Insbesondere in der bald bevorstehenden Setzzeit der Rehkitze sind alle Hundehalterinnen und Hundehalter gehalten, die Anleinvorschriften für die Wälder und Schutzgebiete genau zu beachten. (20.05.2019)

Übergangsfrist zum Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration bis 31.12.2020 verlängert

(20.12.18) Völlig überraschend und weitgehend unbemerkt ist der Bundesrat in seiner Sitzung am 14.12.2018 nicht der Empfehlung des Agrarausschusses gefolgt, den Vermittlungsausschuss zum Sachverhalt anzurufen. Damit ergeht, nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt, der Beschluss zur entsprechenden Änderung des Tierschutzgesetzes des Bundestages vom 29.11.2018 in Rechtskraft. (tknds). Die Bundesratssitzung mit Beschlussvorlage, Redebeiträge und Videoaufzeichnung können Sie hier nachlesen.

Schon am 29.12.2018 beschloss der Bundestag die Ende 2018 endende Übergangsfrist (für das betäubungslose Kastrieren männlicher Ferkel im Alter von unter acht Tagen) um zwei Jahre zu verlängern. Ein  entsprechender Gesetzentwurf der Fraktion von CDU/CSU und SPD zur vierten Änderung des Tierschutzgesetzes (19/5522) in der Fassung der Beschlussempfehlung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft (19/6000) wurde angenommen. In namentlicher Abstimmung votierten 421 Abgeordnete für den Gesetzentwurf, 142 lehnten ihn ab, 87 enthielten sich. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bundestag.de

Betäubungslose Ferkelkastration umgehend beenden!

(28.11.2018) Die Landestierärztekammer Hessen appelliert an die Mitglieder des Bundestages, gegen die von der Regierungskoalition geplante Verlängerung der betäubungslosen Kastration von wenige Tage alten Ferkeln zu stimmen und damit diesen schmerzhaften Eingriff ab Januar 2019 zu beenden. Das Tierschutzgesetz erlaubt die betäubungslose Kastration noch bis zum 31.12.2018. Diese Frist soll nun durch eine Gesetzesänderung um zwei Jahre verlängert werden.

"Es stehen sichere und geeignete Alternativen zur Verfügung, allen voran die sogenannte Immunokastration", so Dr. Ingo Stammberger, Präsident der Landestierärztekammer (LTK) Hessen. Siehe hier

Schon am 17. Oktober fand in Mannheim eine gemeinsame Veranstaltung der Landestierärztekammer Baden-Württemberg, weiterer Länderkammern, der Bundestierärztekammer sowie weiterer veterinärmedizinischer Institutionen und Verbände zum Thema "Alternativen zur chirurgischen Ferkelkastration" statt. Als Fazit kann festgehalten werden: Die Verlängerung der im Tierschutzgesetz rechtlich verankerten Frist zur Beendigung der betäubungslosen Ferkelkastration wäre tierschutz- und verfassungswidrig. Die betäubungslose Ferkelkastration kann durch die bekannten Alternativen (Immunokastration, Ebermast, Kastration unter Betäubung) ersetzt werden. [..]  Der sogenannte 4. Weg (Kastration unter Lokalanästhesie) stellt keine Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration dar und ist strikt abzulehnen! Ein längerer Bericht zur Tagung finden Sie auf der Seite der Tierärztekammer Hessen.

Tierärzte sagen „Nein!“ zur Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration

(07.10.2018) Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD haben beschlossen, eine Fraktionsinitiative auf den Weg zu bringen, die noch in diesem Jahr die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahre verlängern soll.
Für eine Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahre besteht aus wissenschaftlicher und ethischer Sicht keinerlei vertretbare Begründung. Sie ist mit dem grundgesetzlich fixierten Staatsziel „Tierschutz“ nicht vereinbar, denn es stehen umsetzbare Alternativen zur Verfügung. Neben der Durchführung des Einsatzes einer Narkose bei der Kastration sind auch die Jungebermast und die Impfung gegen den Ebergeruch durchaus praxisreif. Letzteres ist die nachgewiesen tierschonendste Methode und das Fleisch der geimpften Tiere ist für den Verbraucher vollkommen unbedenklich. Dies wurde erst kürzlich vom Friedrich-Loeffler-Institut durch die Aussage: „…die Impfung gegen den Ebergeruch ist tierschutzfachlich der beste Weg“ erhärtet.
Den Ängsten der Landwirte, der Einzelhandel werde statt Fleisch von deutschen Schweinen Fleisch von mit Lokalanästhesie kastrierten Schweinen aus dem Ausland anbieten wird, muss man ernst nehmen. Diesen verständlichen Ängsten jedoch mit einer Fristverlängerung, die weiter Schmerzen für die Tiere bedeutet, zu begegnen, ist der falsche Weg. Vielmehr muss die Politik durch eine Aufklärungskampagne bei den Verbrauchern den Einzelhandel unterstützen und von ihm die Akzeptanz dieser tierschonendsten Methode einfordern. (06.10.2018)

Bundestierärztekammer e.V. (BTK)
Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT)
Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. (DVG)

Rohmilch: Freund oder Feind?

Die Föderation der Tierärzte Europas (FVE) ist besorgt über einen wachsenden Trend zum Konsum von Rohmilch von Kühen, Ziegen, Schafen oder anderen Tieren in einigen Ländern Europas, ohne Risikokommunikationsstrategie für die Verbraucher. Im Zusammenhang mit dem Grundsatz "Vorbeugen ist besser als heilen" hat die FVE sich mit einer Pressemeldung dahingehend geäußert, dass die Pasteurisierung der Milch wichtig ist, um die Gesundheit der Verbraucher zu schützen. (25.09.14) Hier ist die Pressemeldung