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Vorsicht bei Reisen mit Hund nach Dänemark

 

Dänisches Hundegesetz

Vorsicht bei Reisen mit Hund nach Dänemark (11.03.2013)

Danmark1.jpgBitte informieren Sie sich vor einer Reise immer über die jeweiligen Bestimmungen des Reiselandes speziell zu dort verbotenen Hunderassen.
In diesem Zusammenhang warnen wir ausdrücklich vor Reisen mit Hunden nach Dänemark. Seit dem 01. Juli 2010 ist in Dänemark ein neues Hundegesetz in Kraft getreten, dessen Verbote und Restriktionen gelten auch für Touristen, die mit ihren Hunden einreisen. Die Behörden in Dänemark greifen radikal durch, bis zur sofortigen Tötung von Hunden!

Die wichtigsten Punkte:

13 Hunderassen und ihre Mischlinge gelten als gefährlich, ihre Haltung, Zucht und Einfuhr sind in Dänemark verboten, sobald sie nach dem 17. März 2010 angeschafft wurden. (Diese Übergangsregelung trifft nicht auf  Pittbull Terrier und Tosa Inu zu, da diese schon vorher verboten waren). Eine Ähnlichkeit mit den Hunden der verbotenen Rassen ist als Begründung ausreichend, die Beweispflicht liegt beim Tierhalter (z.B. Zeitpunkt der Anschaffung, vorhandener Stammbaum, Bluttests zur genetischen Rassezuordnung). Halter von Tierschutzhunden haben z.B. kaum die Mögklichkeit Herkunft, Geburtsdatum und Rasse ihres Hundes rechtssicher nachzuweisen. Wenn z.B. die Polizei der Meinung ist, dass ein Hund zu einer der verbotenen Rassen gehört oder ein Mischling dieser Rassen ist, ist sie berechtigt den Hund einzuziehen und ohne juristische Prüfung unverzüglich töten zu lassen.
Sollte ein Hund, egal welcher Rasse, einen Menschen oder anderen Hund verletzen, kann er eingezogen werden und ohne juristische Prüfung sofort getötet werden.

Laut Informationen des Hamburger Tierschutzvereins will die dänische Landwirtschafts- und Tierschutzministerin Mette Gjerskov dem dänischen Parlament am 1. Juli 2013 den Entwurf eines neuen Hundegesetzes vorlegen, in dem auch die Kritik des Dansk Kennel Klub über mangelnde statistische Erhebungen zu tatsächlichen Beißvorfällen berücksichtigt werden soll.

Weiterhin müssen alle Hunde vom 1. April bis zum 30. September an den Stränden an der Leine geführt werden, in Wäldern besteht eine ganzjährige Leinenpflicht. Hunde, die von dem Rasseverbot betroffen sind, dürfen sich ohne Leine nur in sogenannten "Hundewäldern" (hundeskove) bewegen, müssen jedoch einen sicher verschlossenen Maulkorb tragen.

Zusätzlich wird zur Zeit ein altes Gesetz von 1872 heftig diskutiert, welches Grundbesitzern  unter bestimmten Vorraussetzungen erlaubt, freilaufende ("streunende") Hunde und Katzen auf ihrem Grundstück zu erschießen. Es ist rechtlich  ausreichend, wenn der Grundeigentümer mit einer pauschalen Anzeige in der lokalen Presse ankündigt, dass er sein Recht wahrnehmen wird. Inzwischen sollen mehrfach Hunde erschossen worden sein (Feld- und Weggesetz, mark- og vejloven).

Weiteren Infos zu Reisebestimmungen mit Hund, Katze und Frettchen inner- und außerhalb der EU finden Sie hier.