Tierärztekammer
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Tierinfo

Wissenswertes rund um das Tier und dessen Haltung

Aktuell

Tödliche Hitzefalle - das Auto als Backofen!


Hitze_Temperaturtabelle.pngSchon bei moderaten Außentemperaturen von „nur“ 20 Grad steigt in einem geschlossenen Auto die Innentemperatur schnell auf über 40 Grad bis 70 Grad, das sind tödliche Temperaturen für ein Lebewesen. Bereits eine viertel Stunde in einem geschlossenen Wagen unter praller Sonne ist lebensgefährlich, ein offener Fensterspalt ist für den notwendigen Wärme- und Luftaustausch unzureichend. Daher sollten weder Hunde noch Kleinkinder auch nur für wenige Minuten allein im Auto in der Sonne gelassen werden. (Und ein im Schatten abgestellter Wagen kann durch die Sonnenwanderung unerwartet schnell in der Sonne stehen!) Der Körper heizt sich auf, die Regulationsmechanismen versagen, die durch die Hitze zugeführte Energie kann nicht ausreichend wieder abgeführt werden, es kommt zum Hitzschlag, der Hirnschäden oder den Tod verursachen kann. Im Gegensatz zum Menschen können Hunde nicht am Körper schwitzen, denn sie haben nur unter den Pfotenballen Schweißdrüsen. Sie können die Körpertemperatur nur z.T. über verstärktes Hecheln abgeben, besonders kurzköpfige Rassen (z.B. Möpse, Bulldoggen) mit den verkleinerten und deformierten Atemwegen der Nase sind daher besonders empfindlich für einen Hitzekollaps.

Hunde mit Symptomen der Hyperthermie (starkes Hecheln, Lethargie, Unruhe, Appetitlosigkeit, Durst, dunkle Zunge, Herzrasen, Fieber, Erbrechen, Durchfall, Torkeln) müssen sofort in den Schatten gebracht und vorsichtig abgekühlt werden. Benutzen Sie dafür feuchte Tücher und bieten Sie (kein eiskaltes) Wasser zum Trinken an. Ein Hitzekokllaps ist immer ein Notfall, bringen Sie den Hund so schnell wie möglich zum nächsten Tierarzt.

In obiger Tabelle sehen Sie zur Verdeutlichung der Hitzegefahren, wie schnell die Temperatur im Auto bei verschiedenen Außentemperaturen je nach Zeit ansteigt. (Grafik Ärztezeitung, Quelle: Dr. Andrew Grundstein)

Lesen Sie hier die Ratschläge wie man sich mit Hunden bei Hitze verhält.

Bundesweites Wildtierverbot im Zirkus (26.04.2016)

(BTK Berlin) Am 18. März 2016 hat sich der Bundesrat auf Antrag der Länder Hessen und Saarland, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Thüringen für ein Verbot von bestimmten Wildtieren im Zirkus ausgesprochen. Das Verbot soll  insbesondere für Affen (nicht-menschliche Primaten), Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner und Flusspferde gelten (BundesratsDrucksache 78/16 (Beschluss)). Da eine solche Initiative schon mehrfach gescheitert ist, wurde eine Online Petition gestartet. Hier kann man sich beteiligen:
https://www.change.org/p/bundesweites-wildtierverbot-im-zirkus
(Foto Wikipedia)

Impfen für Afrika am 31.05.2016 (20.04.2016)

TOG_neu1.jpgImpfen für Afrika ist ein Aktionstag, zu dem Tierärzte ohne Grenzen e.V. seit 2004 alle Tierärzte und Tierhalter aufruft. An einem bestimmten Tag im Mai wird die Hälfte der Impfeinnahmen von den teilnehmenden Tierärzten gespendet, in diesem Jahr ist der 31.05. der Aktionstag. Tierärzte ohne Grenzen e.V. ist eine Organisation für Entwicklungszusammenarbeit. Unter dem Motto "Wenn Tiere Leben bedeuten" engagieren sich Tierärzte für Menschen in Afrika, die von der Nutztierhaltung leben. Rinder, Schafe, Ziegen, Kamele und Hühner geben ihnen, was sie zum Leben brauchen. Tierärzte ohne Grenzen e.V. hilft den Menschen ihre Lebensgrundlage zu erhalten. In diesem Jahr feiert Tierärzte ohne Grenzen sein 25. Vereinsjubiläum und will zugunsten der Fluchtursachenbekämpfung im Südsudan 252.525,25 Euro sammeln.

Helfen auch Sie direkt und ganz einfach, indem Sie am 31. Mai Ihr Tier bei einer teilnehmenden Praxis impfen lassen. Eine Übersicht der teilnehmenden Tierarztpraxen finden Sie hier: www.impfenfuerafrika.de 

Tiere nutzen – nicht ausnutzen (23.04.2016)

Pressebild_Dr_Karin_Thissen.jpgDr. Karin Thissen, Tierärztin und Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Bundestages, kommentiert die Aussage des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministers Dr. Robert Habeck, für die Tötung von Nutztieren zur Lebensmittelgewinnung gebe es ein ethisches Legitimationsproblem.

„Der Begriff „Nutztier“ sagt alles: Es ist ein Tier, das wir nutzen. Seit mehr als 10.000 Jahren leben wir mit ihm in Symbiose. Das Tier erhält Schutz und Futter, der Mensch erhält Lebensmittel. Festzustellen, dass wir in einem Zeitalter des Überflusses leben und deswegen den Verzicht auf Fleisch bzw. Lebensmittel tierischen Ursprungs insgesamt kompensieren könnten, greift zu kurz. Auch Vegetarier können nur im Einklang mit „Fleischfressern“ leben, denn männliche Tiere geben keine Milch und legen keine Eier. Ein realistisches Konzept, wie „vegetarische Landwirtschaft“ funktionieren soll, ist mir nicht bekannt. Veganismus ist Mangelernährung. Daher plädiere ich dafür, das traditionelle Miteinander von Mensch und Tier nicht aufzukündigen. Zum einen ist die Nutztierhaltung eine Kulturleistung, die es zu pflegen gilt. Zum anderen leistet die Nutztierhaltung einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität. Nutztierrassen entstanden bzw. bleiben erhalten, eben weil wir sie nutzen. Außerdem leistet die Landwirtschaft einen vielseitigen Beitrag für den ländlichen Raum.

Gleichwohl: Das Nutztier ist ein Tier, das wir nutzen – nicht ausnutzen! Tierschutz und Umweltschutz müssen in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung gewährleistet werden. Hier sehe ich das ethische Legitimationsproblem. Ich sehe es bei den Landwirten und ihren Verbänden, die mir während meiner langjährigen Berufstätigkeit, davon über 20 Jahre als amtliche Tierärztin am Schlachthof, nicht als Verfechter hoher Tierschutzstandards aufgefallen sind. Ich sehe es bei der Lebensmittel verarbeitenden Industrie und dem Lebensmitteleinzelhandel, die nur auf ihre Gewinnmargen schauen und diesen Druck auch auf die Bauern abwälzen. Und nicht zuletzt sehe ich das ethische Legitimationsproblem beim Verbraucher, der zwar hohe Standards für Tier und Umwelt fordert, dann aber doch zum Billigsten vom Billigen greift. 

Gute Lebensmittel verdienen einen guten Preis. Diese Erkenntnis setzt sich immer weiter durch. Dass diesen Worten auch Taten folgen – dafür mache ich mich in meiner Arbeit stark.“
http://spd-net-sh.de/thissen

Nutzung von Ketamin in der tierärztlicher Praxis (18.03.2016)

Am 14. – 22. März wird bei der 59th UN Convention on Narcotic Drugs in Wien die weltweite Nutzung von Ketaminen zum medizinischen und veterinärmedinischen Gebrauch erneut diskutiert. Überlegt wird Ketamine unter internationale Koordination zu stellen. Sollte das beschlossen werden, würde die Nutzung von Ketaminen zur Narkose in der Tiermedizin nicht mehr möglich sein. Die Folgen hätten erhebliche Tierschutzrelevanz, da eine gute und wirksame Narkosemöglichkeit für Tiere nicht mehr möglich sein wird.
Die Weltkleintiervereinigung WSAVA hat deshalb eine Online-Petition gestartet mit der Bitte, diese zu unterzeichnen. Das Ziel der WSAVA ist es, 5.000 Unterschriften zu sammeln und sie braucht dafür Unterstützung. Hier können Sie mehr über die Petition erfahren, Bitte beteiligen Sie sich und schicken die Information weiter an Ihre Kolleginnen, Kollegen und alle Tierhalter.
Die Petition finden Sie bei Change.org

Nachtrag 21.03.2016: Ketamin bleibt aktuell erstmal weiterhin ein Medikament und wird nicht als Droge eingestuft, die UN Kommission hat in dieser Tagung nicht über eine Neueinstufung entschieden, Allerdings ist damit das Problem nicht vom Tisch, denn China hat sich über diese Nichtentscheidung als enttäuscht gezeigt und angekündigt, weiter die Einstufung als Droge zu fordern. Es bleibt also abzuwarten wie es weitergeht und die Petition sollte daher trotzdem unterzeichnet werden.

Osterfeuer – grausame Tierfalle

igel_im_htv.jpg Nicht nur entlang der Elbe, überall in Hamburg wachsen dieser Tage die Reisig- und Holzhaufen, die am Ostersonntag für ein Osterfeuer entzündet werden sollen. Der Deutsche Tierschutzbund rät auf diesen Brauch zu verzichten, denn er bedeutet für viele Tiere den sicheren Feuertod.

Gerade in den schon Wochen vor dem Osterfest aufgeschichteten Reisighaufen suchen Wildtiere wie Igel, Mäuse oder Kröten Unterschlupf. Vogelarten wie Zaunkönig oder Rotkehlchen dienen sie als scheinbar sichere Brutstätte. Doch spätestens am Ostersonntag wird der vermeintlich sichere Rückzugsort zur tödlichen Falle. Alle, die nicht auf die Ostertradition verzichten wollen, sollten besondere Vorsichtsmaßnahmen beachten: Das Material erst kurz vorher auf- und unbedingt kurz vor dem Anzünden umschichten, um den Tieren die Möglichkeit zur Flucht zu geben. Es reicht nicht, nur am Brennmaterial zu rütteln, da die meisten Tiere es so nicht wagen, aus ihrem Unterschlupf zu kommen.
(Foto: © HTV)

Ausbruch der Ansteckenden Blutarmut der Einhufer in Bayern (25.08.2015)

Meyers_Pferde_kl.jpg(BTK) Meldungen aus Bayern haben in den letzten Wochen zu Sorge unter Pferdehaltern geführt, denn dort gab es mehrere Fälle der gefürchteten Pferdeseuche Equine Infektiöse Anämie (EIA).

Die EIA oder "Ansteckende Blutarmut der Einhufer" gehört zu den am meisten gefürchteten Pferdekrankheiten. An dieser durch Viren verursachten Erkrankung des Blutes und der blutbildenden Organe können neben Pferden auch andere Einhufer wie Ponys, Esel, Maultiere, Maulesel und Zebras erkranken. Auf Menschen oder andere Tierarten ist das Anämievirus jedoch nicht übertragbar.  (Bild: Meyers Konversations-Lexikon v. 1885–90, 12.Bd. 4. Auflg.) weiterlesen

Hände weg von Billigwelpen aus dem Internet! (23.07.15)
Die BTK warnt erneut vor Gefahren beim Kauf von „Billigwelpen“

btk BTK Berlin | Es waren erschütternde Bilder, die gestern in der Reportage „Schnelles Geld mit jungen Hunden“ von Manfred Karremann in die deutschen Wohnzimmer flimmerten. Von Tierfreunden war die Rede, die im Internet und mit Blick auf den Geldbeutel ihr Herz an goldige Hundewelpen verloren haben. Von Welpen, die kurz darauf lebensgefährlich erkrankten und durch die Erreger, die sie in sich trugen, zu einer Gefahr für ihre neuen Besitzer wurden. Von skrupellosen und vor allem trickreichen Tierhändlern, die Welpen begehrter Rassen, ausgestattet mit gefälschten Papieren, tausende Kilometer durch Europa karren, um sie in Deutschland unter dem Deckmantel der Seriosität zu verscherbeln ... (Foto: © C. Pfister)  weiterlesen

Vernachlässigte Versorgung von Bullenkälbern der Milchviehrassen (02.06.2015)
Stellungnahme der Bundestierärztekammer (BTK)

Hereford_Calf_Portrait_SC_Vic_13_10_2007_edit.jpgWer Tiere hält oder betreut, muss ihr Leben und Wohlbefinden schützen. Dazu gehört auch die ordnungsgemäße Pflege und Versorgung, die im Falle einer Erkrankung die tierärztliche Behandlung einschließt. Das gilt auch für landwirtschaftliche Nutztiere. Getötet werden dürfen Nutztiere nur, wenn sie zur menschlichen Ernährung geschlachtet, im Tierseuchenkrisenfall getötet oder zur Beendigung nicht behebbarer Leiden eingeschläfert werden. Leider häufen sich in letzter Zeit Hinweise, dass im Einzelfall die männlichen Kälber milchbetonter Rassen gezielt vernachlässigt oder sogar absichtlich getötet werden. (Bild Jjron/Wikipedia)
Weiterlesen PDF_1_16_16.png

Flugunfähigmachen  von  Vögeln (31.05.2015)

TVT_neu.jpgFlugunfähig gehaltene Vögel verschiedener Arten trugen in der Vergangenheit und tragen auch heute wesentlich zur Erhaltungszucht bedrohter Arten, auch bei Auswilderungs- bzw. Wiederansiedlungsprogrammen bei. So haben zum Beispiel bei Schneekranich oder Moorente die Nachkommen flugunfähiger Elterntiere aus Zoos zur Erhaltung der Art im Freiland beigetragen. Gleichzeitig ist das Flugunfähigmachen von Vögeln, welches zur Haltung von ca. 2 % der Arten in Zoos notwendig scheint, aus Tierschutzsicht durchaus problematisch. Diesem Widerspruch nimmt sich der Arbeitskreis Zirkus und Zoo der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) in seinem neuen Merkblatt an.
Die Stellungnahme finden Sie auf der Webseite der TVT

 Neuer Tollwutfall in Frankreich - viele Kontaktpersonen (27.05.2015)

Rabies_and_hydrophobia_George_Fleming_1872.jpgWeg eines Tollwuthundes: Ungarn – Algerien – Frankreich. 16 Menschen, die mit dem Hund Kontakt hatten, wurden geimpft, sechs möglicherweise infizierte Kontaktpersonen werden noch gesucht. Der inzwischen tote Bullterrier kam ungeimpft über Ungarn nach Frankreich. Zwischenzeitlich waren die Besitzer auch in Algerien, ohne die Reiseregeln einzuhalten. Dort hat sich der Hund wahrscheinlich infiziert. Bei der Aufarbeitung des Falles rekonstruierten die französischen Behörden, dass der sechs Monate alte Bullterrier zu jung (also unter zwölf Wochen), ungeimpft und nicht gekennzeichnet im Dezember 2014 illegal aus Ungarn nach Frankreich importiert worden war. (Bild Wellcomeimages/Wikipedia)
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Bundestierärztekammer zur Anbindehaltung bei Rindern (04.05.2015, Update 28.05.2015)

Anbindestall19.05.2015: Trotz massiver Kritik des Hessischen Bauernverbandes bleibt die Bundestierärztekammer bei ihrer Forderung, die Anbindehaltung von Rindern mit einer angemessenen Übergangsfrist zu verbieten. Die Anschuldigung des Präsidenten des Hessischen Bauernverbandes, die Bundestierärztekammer würde mit ihrer Position „einen massiven Angriff auf die hessischen Milchviehbetriebe und die dahinterstehenden Familien“ betreiben, ist für Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer, nicht nachvollziehbar. weiterlesen PDF_1_16_16.png

23.04.2015: Die Bundestierärztekammer (BTK) befürwortet grundsätzlich die Laufstallhaltung für Rinder. Anbindehaltung ist nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand nicht mehr zeitgemäß, sie wird auch nur noch von Kleinbetrieben in schon länger bestehenden Ställen praktiziert. Nach den Erfahrungen der BTK werden bei der Planung von Um - und Neubauten bereits seit längerem keine Anbindehaltungen, sondern nur noch Laufstallhaltungen angemeldet. Diese Entwicklung wird ausdrücklich begrüßt und sollte weiterhin unterstützt werden. Die BTK hält einen kompletten Ausstieg aus der Anbindehaltung für erforderlich. (Bild WerWil/Wikipedia)
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Grünausschuss Altona stimmt gegen Leinenbefreiung (20.04.2015)
Bezirksversammlung befreit Hunde in Altona von der Leinenpflicht
(01.11.2014)

IMG_4114_kl.jpgAm 07.04.2015 stand bei der Sitzung des Ausschusses für Grün, Naturschutz und Sport folgender Punkt 6 auf der der Tagesordnung: „Hundeführerschein vom Kopf auf die Füße stellen – Beschlussempfehlung des  Amtes". Mit den Stimmen von SPD und CDU, gegen die Stimmen der Grünen und bei Enthaltung der anderen Fraktionen wurde die Verwaltungsempfehlung, welche die Leinenbefreiung ablehnt, angenommen. Ein Affront gegen alle verantwortungsvollen Altonaer Hundehalter. Weiterlesen bei Hundelobby

Vorgeschichte: Auf Antrag der Grünen beschloss die Bezirksverwaltung Altona am 31.10.2014, dass Hundebesitzer im Bezirk Altona demnächst ihre Hunde auf öffentlichen Wegen und in Grünanlagen unangeleint laufen lassen können. Vorrausetzung dafür ist eine bestandene Leinenbefreiung, der sogenannte "Hundeführerschein". Ausgenommen von der neuen Regelung sind dicht bebaute Stadtteile wie Sternschanze und Ottensen sowie der Elbstrand im Sommer. In den Bezirken Wandsbek und Harburg gilt eine solche Erlaubnis bereits.

Beschluss der Bezirksversammlung, Drucksache 02-0392:
Die Wege, Pfade und Rasenflächen der öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen im Bezirk Altona  sind dergestalt auszuweisen, dass diejenigen Hundehalter und Hundehalterinnen, die nach § 9 Abs. 1 Satz 1 HundeG von der Anleinpflicht nach § 8 Abs. 1 HundeG behördlich befreit wurden, ihren Hund dort nicht angeleint führen dürfen.

  • Ausgenommen von dieser Befreiung sind Blumenbeete, Spielplätze- und wiesen, Liegewiesen, Untergehölz und Biotope sowie Naturschutzgebiete
  • Ausgenommen ist der Schulgarten des Volksparks.
  • Ausgenommen sind die Feldmarken
  • Ausgenommen sind die Grünanlagen in den hochverdichteten Stadtteilen Sternschanze, Altona-Altstadt und Ottensen.
  • Für den Elbstrand gilt die gleiche Regelung, wobei die Befreiung auf das Winterhalbjahr in einem Zeitraum vom 15. Oktober bis 15. April begrenzt ist.

Tierschutz beim Transport endet nicht an den EU-Außengrenzen (24.04.2015)
Gerichtshof der Europäischen Union, Urteil vom 23.04.2015, - C-424/13 -

EuGH_Bau.jpgEinhaltung von Zeitabständen für Tränken und Füttern sowie Beförderungs- und Ruhezeiten müssen auch außerhalb der EU sichergestellt werden  Der im Unionsrecht vorgesehene Schutz von Tieren beim Transport endet nicht an den Außengrenzen der Union. Die Anforderungen an die Zeitabstände für das Füttern und Tränken sowie an die Beförderungs- und Ruhezeiten gelten auch für den Teil der Beförderung, der außerhalb der Union stattfindet. Dies geht aus einer Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Union hervor.
Weiterlesen bei "kostenlose Urteile" mit Hinweisen zu anderen Entscheidungen zu diesem Thema oder bei InfoCuria als PDF.

Anleinpflicht in Wäldern, Naturschutzgebieten, geschützten Biotopen und Landschaftsschutzgebieten beachten! (10.03.2015)

Rehkitz.jpgIm Laufe der vergangenen Wintermonate sind in den Randbereichen des Bezirks Wandsbek fast ein Dutzend Rehe durch freilaufende, wildernde Hunde getötet worden. In allen Fällen ist das bestehende Anleingebot in Wäldern, Naturschutzgebieten, geschützten Biotopen sowie in Landschaftsschutzgebieten von den Hundehalterinnen und Hundehaltern missachtet worden, was zum Tod der Rehe führte. Die Anleinpflichten bestehen in den o.g. Gebieten auch für diejenigen Personen, die Inhaber einer Befreiung von der Anleinpflicht nach dem Hundegesetz sind.

Bei Verstößen gegen Anleingebote in diesen Gebieten handeln Hundehalterinnen und Hundehalter ordnungswidrig und müssen mit einem Bußgeld von bis zu 250 Euro rechnen. In schwerwiegenden Fällen kann das Reißen von Wildtieren durch einen nicht ausreichend beaufsichtigten Hund auch als Straftat nach dem Tierschutzgesetz geahndet werden. Das Hundegesetz sieht zudem die Möglichkeit der Untersagung der Hundehaltung bei mehrfachen oder einem groben Verstoß gegen das Hundegesetz vor.

Insbesondere in der bald bevorstehenden Setzzeit der Rehkitze sind alle Hundehalterinnen und Hundehalter gehalten, die Anleinvorschriften für die Wälder und Schutzgebiete genau zu beachten. (Foto Durazell/en.Wikipedia)

Neues Bornavirus bei Bunthörnchen entdeckt (20.02.2015)

Bunthoernchen_Zoo_Magdeburg.jpgNach dem Auftreten von tödlich verlaufenden Gehirnentzündungen (Encephalitis) bei drei Züchtern von Bunthörnchen in Sachsen-Anhalt zwischen 2011 und 2013 wurden umfangreiche Untersuchungen zu einer möglichen infektiösen Ursache am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) durchgeführt. Hierbei konnte zunächst kein Hinweis auf die Krankheitsursache gefunden werden. Das Friedrich-Loeffler‐Institut (FLI) am Standort Insel Riems untersuchte daraufhin Proben  eines  Bunthörnchens aus der Zucht eines der Verstorbenen. (Foto Zoo Magdeburg) Weiterlesen beim FLI

TierDocs - Interessante Reportage über das Veterinärstudium in ZDFinfo (14.01.2015)

http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb10/allgemeines/ueber-den-fachbereich/image1In ZDFinfo wird eine 3-teilige Reportage über das Veterinärmedizinstudium in der Uni Gießen gesendet, die erste Sendung vom 12. Januar können Sie in der Mediathek nachsehen. Diejenigen, welche morgens keine Zeit und Lust zum Fernsehen haben, werden auch die anderen beiden Sendungen später in der ZDFInfo Mediathek finden.

 

Folge 1:  - Mo. 12. Jan. 2015, Uhrzeit: 8:45 Uhr   Ernstfall im OP - ZDFinfo Mediathek
Folge 2: - So. 25. Jan. 2015, Uhrzeit: 8:30 Uhr   Einsatz im Wildgehege - ZDFinfo Mediathek
Folge 3: - Di. 17. Febr. 2015, Uhrzeit: 10:15 Uhr Notfall im Stall - ZDFinfo Mediathek

Aufhebung der Ausnahmeregelung für das Verbringen von Welpen aus anderen Mitgliedsstaaten (07.01.15)

Hundewelpen in einem Kofferraum Ab sofort dürfen Hundewelpen nur noch nach Deutschland gebracht werden, wenn sie einen dokumentierten Impfschutz gegen Tollwut haben. Das sieht die Verordnung zur Änderung tierseuchenrechtlicher Verordnungen und zur Aufhebung der Sperrbezirksverordnung vor, die Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in Berlin unterzeichnet hat. Mit der neuen Verordnung gilt seit dem 29. Dezember 2014 für private Transporte von Hundewelpen dieselbe Regelung wie für gewerbliche. Zum Zeitpunkt der Impfung müssen die Welpen mindestens zwölf Wochen alt sein, der Impfschutz wird 21 Tage nach dem Impftermin wirksam. Erst danach, also frühestens mit dem Alter von 15 Wochen,  dürfen Hundewelpen nach Deutschland transportiert werden. Bei privaten Transporten reicht die Dokumentation der Impfung im Heimtierpass aus, bei gewerblichen muss zusätzlich ein Gesundheitszeugnis vorliegen. Die neuen Regelungen gelten auch für Katzen und Frettchen.

Gesetzliche Grundlagen:

  • Aufhebung von § 13 Absatz 5 BmTierSSchV: Ausnahmeregelung für das Verbringen von Welpen aus anderen Mietgliedstaaten
  • Neufassung der Anlage 3 Teil I Nr. 7: Festlegung der allgemeinen Bestimmungen für das Verbringen von Heimtieren gemäß der VO (EU) Nr. 576/2013 und VO (EU) Nr. 577/2013
  • Aufhebung von Anlage 4 Teil I Nr. 3 Genehmigungen für das Verbringen und die Einfuhr von Welpen aus gelisteten Drittländern

Foto Quelle: Bundespolizei Link zur PM

Bericht zur Veranstaltung "Tier und Mensch" in Frankfurt (29.11.2014)

Hessen.jpgAm 21. November führte die LTK Hessen gemeinsam mit der Psychotherapeutenkammer Hessen die Veranstaltung "Tier und Mensch" in Frankfurt durch, die mit 180 Teilnehmern (Tierärzte/innen und Psychotherapeuten/innen) sehr gut besucht war. Themen waren die Mensch-Tier-Beziehung, die Wirkungen tiergestützter Therapie sowie die Euthanasie von Tieren. Bilder
Hier finden Sie einen Bericht sowie Fotos

Hasenpest / Tularämie in verschiedenen Regionen ausgebrochen (08.11.2014)

hase.pngIn Niedersachsen wurden inzwischen bei 6 Fällen der Erreger der Hasenpest, Francisella tularensis, nachgewiesen. Die Hasenpest ist eine bakterielle Infektionskrankheit und kommt vor allem in wildlebenden Tieren (Hasenartige, Nagetiere wie Ratten, Mäuse) vor und hat ein weites Wirtspektrum, jedoch ist auch eine Übertragung auf den Menschen und Haustiere möglich. Der Mensch kann sich vor allem direkt, z. B. beim Abhäuten von Niederwild oder beim Verzehr von nicht ausreichend erhitztem Fleisch, aber auch indirekt, z. B. bei staubigen Feld- und Waldarbeiten anstecken. Eine Infektion von Mensch zu Mensch ist nicht beschrieben. Die Erkrankung lässt sich mit Antibiotika behandeln. Unter wildlebenden Nagern und Hasenartigen kann es, sofern weitere ungünstige Umstände vorliegen, zu Massensterben kommen.

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter raten daher zu erhöhter Vorsicht beim Umgang mit tot aufgefundenen Hasen/Kaninchen und Wildnagetieren:

  • Tot aufgefundene Tiere sollten nicht berührt werden, Hunde sind ebenfalls fernzuhalten.
  • Beim Zerlegen von Niederwild sollten Handschuhe getragen werden, danach sind Arme und Hände sofort gründlich zu reinigen und zu desinfizieren, da der Erreger die intakte Haut durchdringen kann.
  • Schweinehalter sollten verstärkt darauf achten, dass Wildnagetiere nicht in die Stallungen gelangen oder anderweitig gefressen werden können.

Bundesweit wurde die Hasenpest in diesem Jahr in 31 Fällen bei Tieren sowie in zwölf Fällen bei Menschen diagnostiziert. Hunde und Katzen scheinen gegenüber dem Erreger weitgehend resistent zu sein - Hasen sterben allerdings innerhalb von wenigen Tagen.

Hessische Landestierschutzbeauftragte fordert: Reptilienhalter brauchen mehr Sachkunde (31.10.2014)

Kornnatter_gross.pngKritik zu den Haltungsbedingungen von Reptilien in Privathand durch neue Studie der Uni Leipzig bestätigt. (Bild: HTV)

Die hessische Landestierschutzbeauftragte Frau Dr. Madeleine Martin macht auf die Veröffentlichung einer Studie der Universität Leipzig aufmerksam, bei der die Haltungsbedingungen häufig gehaltener Reptilienspezies in Deutschland untersucht wurden. Für die Untersuchung von Dr. Michael Pees et al. wurden deutschlandweit in Fachkliniken und bei Fachtierärzten Reptilienhalter zu den Haltungsbedingungen ihrer Tiere befragt.

Demnach weichen bei einem Großteil der gehaltenen Tiere die Haltungsbedingungen in vielen Punkten von fest definierten Haltungsparametern erheblich ab. Dies betrifft neben der Ausstattung (Terrarium, Beleuchtung, Luftfeuchte, Temperaturregelung etc.) auch Fütterung und das Ermöglichen einer für viele Reptilien obligatorischen Winterruhe. Nach Auffassung der Landestierschutzbeauftragten bringt die Studie hier zum Teil eklatante tierschutzrelevante Missstände hervor. .....
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Ebola und Hunde / Ebola and Dogs (28.10.14)

Die World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) hat Informationen zur Frage, ob Hunde Ebola bekommen bzw. übertragen können, veröffentlicht:

According to the World Health Organization, the Ebola Virus has killed more than 3,400 people in West Africa and infected at least twice that many to date. [..] From a 2005 report, dogs appear to be the first animal species shown to be naturally and asymptomatically infected by Ebola virus, however, there have been no documented reports of dogs either carrying or transmitting the virus. Despite these findings, a pet dog belonging to an infected woman in Spain was recently ordered to be euthanized by the Spanish government against the owner’s wishes.

Zoonotic diseases, particularly those transmitted through pets, are concerning to the pet-owning public and the pet care industry as a whole. While media reports may be inflammatory and challenge pet ownership, there have been no scientific reports indicating that Ebola virus has been isolated from, or directly transmitted by dogs. As the virus inevitably spreads into more developed regions, we are likely to see increasing concern and media interest on the role of dogs in the transmission of disease and we should be prepared to respond.
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WSAVA

Afrikanische Schweinepest kommt näher (01.10.2014)

Schweine KopfDie Bundestierärztekammer (BTK) nimmt die aktuelle Entwicklung des Seuchengeschehens hinsichtlich der Afrikanischen Schweinepest (ASP) insbesondere in den osteuropäischen Mitgliedstaaten Lettland, Litauen, Estland und Polen mit großer Besorgnis zur Kenntnis und stellt fest, dass das Risiko der Einschleppung der Seuche nach Deutschland täglich weiter ansteigt.
Pressemitteilung der BTK vom 25.09.2014 und
Resolution zur ASP vom 20.09.2014

weitere Infos zur Afrikanischen Schweinepest

Bundesminister startet Initiative für mehr Tierwohl  (25.09.14)

Slogan der Initiative Eine Frage der Haltung - neue Wege für mehr TierwohlUnter dem Motto „Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl“ hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt am 17. September 2014 eine neue Initiative für mehr Tierwohl gestartet, die den Tierschutz stärker in die Mitte der Gesellschaft rücken will. Ziel sei es, zum Ende der Legislaturperiode Verbesserungen für die Tiere – insbesondere bessere Haltungsbedingungen für landwirtschaftliche Nutztiere – zu erreichen. Begleitet werden soll die Initiative von einem„Kompetenzkreis Tierwohl“, der insbesondere bei der Folgenabschätzung politischer Maßnahmen als Ratgeber fungieren wird. Hier setzt das BMEL auf die Mitwirkung von berufsständischen Organisationen sowie Tierschutz- und Verbraucherverbänden. Auch Tierethiker und Vertreter der Kirchen sollen eingeladen werden. Mit Inge Böhne, Vorsitzende des BTK-Ausschusses für Tierseuchenrecht, wurde bereits eine hoch angesehene praktizierende Kollegin in den Kompetenzkreis berufen.
Weitere Infos

Rohmilch: Freund oder Feind? (25.09.14)

FVE.jpgDie Föderation der Tierärzte Europas (FVE) ist besorgt über einen wachsenden Trend zum Konsum von Rohmilch von Kühen, Ziegen, Schafen oder anderen Tieren in einigen Ländern in Europa in der Abwesenheit einer Risikokommunikationsstrategie für die Verbraucher. Im Zusammenhang mit dem Grundsatz "Vorbeugen ist besser als heilen" hat die FVE sich mit einer Pressemeldung dahingehend geäußert, dass die Pasteurisierung der Milch wichtig ist, um die Gesundheit der Verbraucher zu schützen. Hier ist die Pressemeldung

STARROMANIA - Schweizer TierAerzte für Rumänien (25.09.14)

Humane, nachhaltige und professionelle Tierhilfe vor Ort.
Das verheerende Hundeelend in Rumänien beschäftigte auch die Tierärzteschaft in der Schweiz. Deshalb haben die Tierärzte des Tierärztlichen Notfalldienstes Zürich-West und Limmattal im Herbst 2013 die STARROMANIA – „Schweizer TierAerzte für Rumänien“ gegründet, um humane, nachhaltige und professionelle Tierhilfe vor Ort zu leisten. Kopf und Herz des inzwischen gegründeten Verein STARROMANIA sind der Tierarzt Dr. Josef Zihlmann und seine Frau Silvia. STARROMANIA wird durch die Stiftung Tierbotschafter.ch unterstützt und auch ProTier ist von deren nachhaltigen Arbeit überzeugt. Den aktuellen (und die älteren) Newsletter können Sie hier lesen.

Urteil zur Beförderungspflicht von Fahrgästen mit Hunden (24.09.14)

Verweigert ein Taxifahrer ohne nachvollziebare Gründe die Beförderung von Fahrgästen mit Hund, so verstößt er gegen seine Beförderungspflicht. Die Beförderungsverweigerung rechtfertigt die Verhängung einer Geldbuße. Das Amtsgericht Hamburg verurteilte einen Taxifahrer  zur Zahlung einer Geldbuße von 300,00 €, weil er sich geweigert hatte zwei Männer zu befördern. Diese hatten zwei kleine Hunde mit sich geführt.
(AG Hamburg, Urteil vom 28.01.2014 - 234 OWi 163/13)
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Gegen Gewalt in der Hundeerziehung - darum nicht Cesar Millan! (21.09.14)

Am Dienstag, den 23.09.2014 tritt der umstrittene und von Fachleuten sehr kritisierte „Hundetrainer“ Cesar Millan in Hamburg auf. Da er bei seinem ersten Auftritt in Deutschland die nach dem Tierschutzgesetz § 11 Absatz 1  Nr. 8 f geforderte Sachkunde für Hundetrainer gegenüber der Veterinärbehörde in Hannover nicht nachweisen konnte, darf er nicht mit Hunden von Zuschauern in seiner Show arbeiten. Er hat daher extra eine nach § 11 zugelassene Trainerin engagiert. Auch hier in Hamburg wird seine Veranstaltung daher unter strengen Auflagen und Überwachung der Veterinärbehörde stattfinden.
Die beiden Beschlüsse des Verwaltungs- und des Oberverwaltungsgerichts Niedersachsen zur vorgeschriebenen Sachkunde:
Verwaltungsgericht Hannover, Beschluss vom 15.09.2014, AZ.: 11 B 11675/14
Niedersächsisches Oberverwaltungsgericht, Beschluss vom 17.09.2014, AZ.: 11 ME 228/14

Zu Cesar Millan gibt es unzählige kritische Webseiten und Stellungnahmen namhafter Hundefachleute und Organisationen, beispielhaft steht dafür hier die Stellungnahme der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und- therapie - GTVMT - vom Februar 2014:
Stellungnahme der GTVMT zu Hundetraining mit aversiven Methoden in den Medien

Lisa Mullinax von der 4Paws University Training & Behavior Center, Sacramento CA beantwortet in einem sehr guten Artikel Fragen zu Cesar Millan:
Der Hundeflüsterer : FAQ von Lisa Mullinax

Weiterhin finden Sie hilfreiche und aktuelle Hinweise auf der Facebookseite "Gegen CM"

Zwei Beispiele zu dokumentierten Gewaltscenen, wie strangulieren und treten:
https://www.youtube.com/watch?v=b7GrktO29E0
http://www.houndsandpeople.com/de/magazin/videos/cesar-millan-video-kicking-dogs/

Nationale Medikationsregeln im Pferdesport bleiben bestehen (22.09.14)

Der Beirat Sport der Deutschen Reiterlichen Vereinigung entschied sich am 16. September dafür, die nationalen Listen der im Training und Wettkampf verbotenen Substanzen (Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln) weiterhin beizubehalten und nicht an die weniger strengen Vorgaben der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) anzupassen.
Die Bundestierärztekammer e.V. (BTK) und die Gesellschaft für Pferdemedizin e.V. (GPM) begrüßen diese Entscheidung. Die BTK bietet der neu zu gründenden FN-Arbeitsgruppe an, durch ihren Ausschuss für Pferde bei den Diskussionen zum Themenkreis Listenanpassung aktiv mitzuwirken.

Hessen: VO macht Kastrationspflicht für freilaufende Katzen möglich (16.09.14)

katze_auf_stuhl.jpgDas hessische schwarz-grüne Kabinett hat am 12. September eine Verordnung beschlossen, mit der Kommunen in Hessen künftig eine rechtliche Handhabe bekommen, eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen in Kraft zu setzen. "Städten und Gemeinden wird eine große Chance geboten, viele Katzen vor Verwahrlosung, Hunger und Krankheiten zu schützen", sagte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne).
Pressebericht im Gießener Anzeiger vom 13.09.2014

Hessischen Tierschutzpreis 2014 (13.09.14)

Am 11.09.2014 verlieh Umweltministerin Priska Hinz den Hessischen Tierschutzpreis 2014 an den Verein "Meerschweinchen in Not e.V.".
Pressemeldung  des hessischen Umweltminmisteriums

Neue Regelungen zum Schutz von Heimtieren (03.08.14)

Am 1. August treten in Deutschland neue Regelungen zum Tierschutz in Kraft. Die Regelungen im Einzelnen:

Die Einfuhr von Wirbeltieren (ausgenommen Nutztiere), die in Deutschland verkauft und weiter vermittelt werden sollen, muss ab August 2014 von der zuständigen Länderbehörde erlaubt werden. Die verantwortlichen Personen müssen die erforderliche Sachkunde und Zuverlässigkeit nachweisen. Die Tiere sollen, bis sie vermittelt werden, beim Transport und in der Haltung so wenig Stress wie möglich ausgesetzt sein. Diese Regelung betrifft nicht allein den gewerbsmäßigen Handel mit Tieren, sondern auch das Mitbringen einzelner Tiere, die in Deutschland gegen Entgelt an neue Besitzer weitervermittelt werden sollen. Die Kontrollbehörden können somit künftig in mehr Fällen der Einfuhr von Tieren aus dem Ausland als bisher tätig werden. Die Erlaubnis kann zudem von der zuständigen Behörde befristet erteilt oder mit Auflagen versehen werden. Verstöße gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen können durch die erweiterte Erlaubnispflicht besser festgestellt und geahndet werden. Damit soll vor allem dem unseriösen Welpenhandel ein Riegel vorgeschoben
werden.

Wer gewerbsmäßig Hunde ausbildet, benötigt ab August ebenfalls die Erlaubnis der zuständigen Veterinärbehörde. Hundeschulen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Ausbildung von Hunden und geben Kenntnisse an die Hundehalter weiter. Fehler bei der Ausbildung oder Erziehung von Hunden können sich auf deren Wohlbefinden auswirken. Mit der neuen Erlaubnispflicht sollen daher im Sinne der Tiere und des Tierschutzes Mindestqualitätsstandards im Hinblick auf die Sachkunde der Ausbilder und Schulungsleiter sichergestellt werden.

Zuständig für die Erteilung der Erlaubnis sind die Behörden der Länder, in der Regel die Veterinärämter. Hundetrainer bzw. Hundeschulen müssen dort einen Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis stellen. In dem Antrag ist u. a. die für die Tätigkeit verantwortliche Person anzugeben und Nachweise über deren Sachkunde sind beizufügen. Die Erlaubnis wird erteilt, wenn die verantwortliche Person die erforderlichen fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten hat, gegebenenfalls ist dies in einem Fachgespräch bei der zuständigen Behörde nachzuweisen. Außerdem muss die Person die erforderliche Zuverlässigkeit besitzen.

Beim Verkauf von Wirbeltieren (ausgenommen Nutztiere) müssen dem künftigen Tierhalter ebenfalls ab August schriftliche Informationen über die wesentlichen Bedürfnisse des Tieres mitgegeben werden. Das sind Informationen über die angemessene Ernährung und Pflege des Tieres, seine verhaltensgerechte Unterbringung sowie artgemäße Bewegung. Die Tierhalter sollen durch diese Maßnahme unterstützt werden, ihren neuen Schützlingen die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen.

Die neuen Regelungen sind Teil des novellierten Tierschutzgesetzes, das bereits seit Juli 2013 gilt.

 Das unterschätzte Tier - Das Schwein weiß um sein Ich (16.07.14)

Müssten Hausschweine zum Amt, wüssten sie, wann sie dran sind. Und Geräte bedienen können sie auch. Eine Hommage an das verkannte Borstenvieh.
von Claudia Füßler (Zeit Online 05.06.12)

Das Schwein gehört zu den intelligentesten Säugetieren. Wer also in Momenten der emotionalen Entgleisung sein Gegenüber als "dummes Schwein" beschimpft, offenbart, dass er keine Ahnung hat. "Man geht davon aus, dass Schweine mehr Kommandos lernen können als Hunde", sagt Sandra Düpjan , die am Leibniz-Institut für Nutztiere in Dummerstorf seit vielen Jahren mit Schweinen arbeitet. "Mit der Rüsselscheibe und den Zähnen untersuchen die neugierigen Tiere zielstrebig alles, was ihnen unterkommt", sagt die Verhaltensforscherin.
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Schluss mit den unnötigen Ferkeltötungen! (15.07.14)

Krankes_Ferkel_auf_Stallboden.jpgBundestierärztekammer fordert Abkehr vom Zuchtziel "große Würfe" in der Schweinezucht (Bild: Report Mainz)

Schockierende Bilder waren es, die "Report Mainz" im gestern (14.07.14) ausgestrahlten Beitrag zeigte: Neugeborene Ferkel, im Vorübergehen erschlagen, entsorgt als tierischer Müll in überquellenden Kadavertonnen – traurige Realität in einigen deutschen Ferkelzuchtbetrieben.

Die Bundestierärztekammer fordert einen Stopp dieser tierschutzwidrigen Praxis und eine Abkehr vom züchterischen Ziel, große Würfe um jeden Preis zu produzieren.

Bereits im November 2011 hatte sich der Ausschuss für Schweine der Bundestierärztekammer (BTK) in einer Stellungnahme (PDF)  gegen die Produktion überzähliger Ferkel ausgesprochen und die Ferkeltötungen als großes tierschutzrelevantes Problem abgelehnt. Denn – wie im Filmbeitrag beschrieben – Hintergrund der Tötungen ist die aus dem vorherrschenden Zuchtziel hervorgegangene fast pathologisch erhöhte Ferkelzahl.

"Ein Systemfehler", wie Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer, erklärt. "Vor allem der Einsatz dänischer Sauen hat genetisch zu sogenannten 'Vielferklern' geführt, die Sauen werfen viel mehr Ferkel als sie Zitzen haben. Dabei ist bekannt, dass es ab einer Wurfgröße von ca. zwölf Ferkeln zu einer erhöhten Sterblichkeit der Neugeborenen kommt, denn die durchschnittlichen Geburtsgewichte sind viel zu niedrig: Die untergewichtigen Ferkel kühlen nach der Geburt schneller  aus, besitzen weniger Energiereserven und haben Probleme, überhaupt das Gesäuge zu erreichen."

Diese "überzähligen" Ferkel müssen gesondert – entweder mit künstlichen Ammen oder Ammensauen – aufgezogen werden. Doch das ist in der Praxis die Ausnahme, zumal dabei zwischen "nicht überlebensfähigen" und "lebensschwachen" Ferkeln differenziert werden müsste. So dürfen eindeutig "nicht überlebensfähige" Tiere zwar "notgetötet" (z.B. Ferkel mit schweren Geburtsfehlern) werden. Dies darf laut Tierschutzgesetz jedoch nur von einer sachkundigen Person und nach vorheriger Betäubung erfolgen – im Falle der schockierenden Fernsehbilder ein eindeutiger Verstoß. Von der Tatsache ganz abgesehen, dass – so auch eine Stellungnahme der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) – das Töten aufgrund von "Überzähligkeit" nicht erlaubt ist.

Mantel: "Für uns stellt das Zuchtziel auf erhöhte Ferkelzahl und damit die billigend in Kauf genommene Produktion nicht überlebensfähiger Tiere letztlich eine Qualzucht und damit einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. Wir fordern daher aus tierärztlicher Sicht, die Zuchtziele umgehend zu ändern. Es kann nicht sein, dass hier ohne 'vernünftigen Grund' lebensschwache Ferkel erst produziert und dann getötet werden!" Eine Forderung, die sich auf Paragraph 11 b des Tierschutzgesetzes stützt, der deutlich signalisiert, dass in der Zucht nicht alles erlaubt ist. Im Falle der Schweinezucht also sinngemäß verlangt, dass die genetisch bedingte Zahl der Ferkel die Aufzuchtkapazitäten des Muttertiers (Zitzenzahl u. ä.) nicht dauernd überschreiten darf.

Tiere und Pflanzen sind keine Erfindung und deshalb nicht patentierbar

Hessen.jpgPressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 03.07.2014

Unterstützung der Forderung verschiedener Organisationen an Bundesminister Christian Schmidt.
"Ich verstehe ein Patent als den Schutz von Innovationen, ob geistiger oder technischer Natur. Ich sehe aber nicht ein, dass ein Patent für ein Tier, oder eine Pflanze, angemeldet werden kann, selbst wenn dieses Lebewesen erst durch eine technische Methode erzeugt wurde", so die Ministerin heute in Wiesbaden.

Diverse Tierschutzorganisationen haben einen offenen Brief an Christian Schmidt, den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, geschrieben. In diesem Brief wird gefordert, dass sich Deutschland verstärkt für den Schutz vor gentechnisch  veränderten und patentierten Versuchstieren einsetzen muss. Weiterlesen

STARROMANIA - Schweizer Tierärzte für Rumänien (23.05.2014)

http://www.starromania.ch/fileadmin/layout/images/SR_logo.pngDas verheerende Hundeelend in Rumänien beschäftigt die Tierärzteschaft in der Schweiz. Deshalb haben die Tierärzte des Tierärztlichen Notfalldienstes Zürich-West und Limmattal im Herbst 2013 die STARROMANIA – „Schweizer TierAerzte für Rumänien“ gegründet, um humane, nachhaltige und professionelle Tierhilfe vor Ort zu leisten. Weitere Infos unter: www.starromania.ch/home/

Auch bei Klein- und Heimtieren Antibiotika verantwortungsvoll einsetzen

Der sparsame Einsatz von Antibiotika ist angesichts der zunehmenden Resistenzen nicht nur ein Thema in der Humanmedizin und in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung. Auch im Bereich der Kleintiermedizin werden gegen Antibiotika resistente Bakterien zunehmend zum Problem. Weitere Informationen und Hinweise zum vernünftigen Einsatz bei Ihrem Haustier finden Sie hier.

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