Tierärztekammer
Hamburg

Tierinfo

Wissenswertes rund um das Tier und dessen Haltung

Reisen innerhalb der Europäischen Union (EU)

A) INNERHALB DER EUROPÄISCHEN UNION (EU)  

Eu_klein.jpgDie rechtliche Grundlage für die erleichterten Reisebedingungen für Heimtiere (Hunde, Katzen, Frettchen) ist die VO (EU)  576/2013.

 

  • Voraussetzung für die Einreise mit eigenen Hunden, Katzen oder Frettchen in andere EU-Länder sind der EU-Heimtierpass, eine gültige Tollwutschutzimpfung und die Kennzeichnung der Tiere durch einen Mikrochip.
  • Eine Kennzeichnung mittels Tätowierung wird seit Ablauf der Übergangszeit am 3. Juli 2011 nicht mehr anerkannt, es sei denn diese wurde schon vor dem 3. Juli 2011 vorgenommen und ist eindeutig lesbar. Ausgestellt werden darf der EU-Heimtierpass nur vom niedergelassenen Tierarzt. Wichtig ist, dass der Heimtierausweis vollständig ausgefüllt ist und dass die Kennzeichnung (vor oder gleichzeitig) mit der gültigen Tollwutschutzimpfung erfolgte.
  • Gegen Tollwut können Welpen frühestens ab einem Alter von 12 Wochen geimpft werden. Diese erste Impfung muss mindestens 21 Tage vor dem Grenzübertritt durchgeführt werden. Der Gültigkeitszeitraum, den der Impfstoffhersteller für eine Wiederholungsimpfung angibt und der vom Tierarzt in den Heimtierausweis eingetragen wird, darf nicht überschritten sein. Bei der Ein- und Durchreise von Welpen gestattet die Bundesrepublik Deutschland keine Ausnahmen mehr, für Welpen gelten jetzt die gleichen Bedingungen wie für erwachsene Tiere, d.h. ein Welpe kann daher frühestens mit 15 Wochen in die BRD eingeführt werden. (12 Wochen + 21 Tage)
    (Das gilt ebenfalls für: Belgien, Frankreich, Groß Britannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Schweden - diese Info ohne Gewähr. EU-Gesetzgebung zu Jungtieren und  Länderübersicht
  • Wenn Sie auf Ihrer Reise in ein anderes EU-Mitgliedsland einen noch nicht gültig gegen Tollwut geimpften Welpen mitnehmen möchten, informieren Sie sich vorher unbedingt bei Ihrem zuständigen Veterinäramt, ob Ihr Reiseland hierfür Ausnahmeregelungen vorgesehen hat!
  • Die bisherigen EU-Sonderregelungen für Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen ins Vereinigte Königreich (Großbritannien + Nordirland), nach Irland, Schweden und Malta sind Ende 2011 ausgelaufen. Ab 01.01.2012 braucht der Reisende mit Hund, Katze bzw. Frettchen wie bei den anderen EU-Ländern nur noch eine gültige Tollwutimpfung vorzulegen, der Nachweis eines Tollwuttiters entfällt. Auch die Durchführung einer Zeckenbehandlung wird nicht mehr verlangt.
  • Für die Echinococcus-freien Länder Großbritannien, Nordirland, Irland, Malta, Finnland und dem "Drittland" Norwegen (kein EU-Mitglied) ist eine Bandwurmbehandlung weiterhin vor der Einreise vorgeschrieben. Die Behandlung ist frühestens 120 Stunden (5 Tage) und spätestens 24 Stunden vor dem Zeitpunkt Ihrer geplanten Einreise von einem Tierarzt vorzunehmen. Die Behandlung ist von diesem Tierarzt in der entsprechenden Rubrik des Heimtierausweises mit Angabe der Uhrzeit zu bescheinigen.
  • Die erleichterten Reisebestimmungen der Verordnung VO (EU)  576/2013 gelten nur für Tiere, die ihre Eigentümer oder deren Beauftragten begleiten und nicht dazu bestimmt sind Gegenstand eines Verkaufs oder einer Eigentumsübertragung zu sein. Die Verordnung gilt also nicht für "Flugpaten" und gewerblichen Tiertransport.
    (s. Art. 3 (a) der VO 576/2013).

Reisen mit bestimmten Hunderassen

Bitte informieren Sie sich vor der Reise über die jeweiligen Bestimmungen des Reiselandes speziell zu den dort verbotenen Hunderassen.
In diesem Zusammenhang warnen wir ausdrücklich vor Reisen mit Hunden verschiedener Rassen nach Dänemark. Seit dem 01. Juli 2010 gelten 13 Hunderassen als gefährlich und ihre Haltung, Zucht und Einfuhr sind in Dänemark verboten, wenn sie nach dem 17. März 2010 angeschafft wurden. Diese Verbote und Restriktionen gelten auch für Touristen, die mit ihren Hunden einreisen. Die Behörden in Dänemark greifen streng durch, bis zu Tötungen von Hunden! Lesen Sie dazu die Erklärung des dänischen Außenministeriums:  Die dänische Hundegesetzgebung

Wiedereinreise nach Deutschland mit bestimmten Hunderassen

Nach dem "Hundeverbringungs- und Einfuhrbeschränkungsgesetz" vom 12.04.2001 
(PDF_1_16_16.png  oder  world_link.png) ist die Einfuhr/Einreise mit Hunden der Rasse Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Staffordshire Bullterrier und deren Kreuzungen sowie je nach Bundesland noch weiteren Hunderassen nach Deutschland verboten. Die Wiedereinreise mit seinem eigenen Hund einer gelisteten Rasse, einem Hund der also bereits in Deutschland gemeldet ist, ist jedoch erlaubt. (VO über Ausnahmen zum Verbringungs- und Einfuhrverbot PDF_1_16_16.png).
Bitte führen Sie daher die entsprechenden Unterlagen mit sich.

Trennstrich_schmal.jpgDiese Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Dennoch kann die TK Hamburg keine Gewähr für die Richtigkeit der Informationen übernehmen. Bitte erkundigen Sie sich stets selber vor einer Urlaubsreise mit Hund bei den zuständigen Stellen (z.B. Veterinäramt, Konsulat), insbesondere auch bezüglich kurzfristiger Änderungen.