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Hunde

Hände weg von Billigwelpen aus dem Internet! (23.07.15)
Die BTK warnt erneut vor Gefahren beim Kauf von „Billigwelpen“

Foto: © C. Pfister
btk BTK Berlin | Es waren erschütternde Bilder, die gestern in der Reportage „Schnelles Geld mit jungen Hunden“ von Manfred Karremann in die deutschen Wohnzimmer flimmerten. Von Tierfreunden war die Rede, die im Internet und mit Blick auf den Geldbeutel ihr Herz an goldige Hundewelpen verloren haben. Von Welpen, die kurz darauf lebensgefährlich erkrankten und durch die Erreger, die sie in sich trugen, zu einer Gefahr für ihre neuen Besitzer wurden. Von skrupellosen und vor allem trickreichen Tierhändlern, die Welpen begehrter Rassen, ausgestattet mit gefälschten Papieren, tausende Kilometer durch Europa karren, um sie in Deutschland unter dem Deckmantel der Seriosität zu verscherbeln ... 

„Wenn solche Bilder gesendet werden, ist der Aufschrei, das Entsetzen immer groß. Dabei sollte es eigentlich selbstverständlich für Tierfreunde sein, dass die Verantwortung für ein Lebewesen, das man im Durchschnitt zwölf Jahre hat, schon beim Kauf anfängt! Und so ein Wesen, wenn es denn aus einer verantwortungsvollen Zucht stammt, hat eben seinen Preis“, erklärt Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer.
Besonders die momentan so beliebten Rassen wie Möpse, Französische Bulldoggen, Chihuahuas oder andere Zwergrassen garantieren den illegalen Hundevermehrern und -händlern vor allem aus Osteuropa ein lukratives Geschäft. Der Handel mit Billigwelpen floriert im Internet, die Ebay-Kleinanzeigen sind voll mit Fotos herzerweichender Welpen. Mantel: „Wer hier ein Schnäppchen wittert, bekommt schnell die Rechnung präsentiert: Die Welpen sind – trotz offeriertem Impfausweis und Mikrochip – in der Regel nicht ausreichend geimpft, tragen virale und bakterielle Erreger oder Giardien, einzellige Darmparasiten, in sich, die auch für den Menschen gefährlich sind.“ Ein weiteres Problem: Welpen unter 15 Wochen, die sich ja am besten verkaufen lassen, sind noch nicht gegen Tollwut geimpft. Im schlimmsten Falle kann so die auch für Menschen stets tödliche Zoonose nach Deutschland importiert werden. Neben den Tierarztkosten, die oft das Vielfache des Kaufpreises übersteigen, besteht also bei solchen Welpen immer die Gefahr, dass sie Erkrankungen beim Menschen auslösen können.

Die Bundestierärztekammer rät darum:

Ein gesunder und gut aufgezogener Welpe hat seinen Preis: Billige Welpen, die meist über Internetportale angeboten werden, stammen häufig aus Vermehrungs“zuchten“ im In- und Ausland. Die Tiere werden in schmuddeligen Verschlägen auf engstem Raum gehalten, viel zu früh von der Mutter getrennt, sind dadurch oft verhaltensgestört, vom Transport geschwächt und in der Regel weder geimpft noch entwurmt!

Mitleid darf nie ein Argument sein, einen Welpen zu nehmen: Wenn die Umstände des Verkaufs verdächtig erscheinen, das Veterinäramt und/oder die Polizei alarmieren. Jeder verkaufte Welpe ist ein gutes Argument, weiteren Nachschub zu produzieren!

Wenn es kein Hund aus dem Tierheim sein soll: Einen Rassehund-Welpen nur bei einem seriösen Züchter kaufen! Dort kann man sich die Haltungsbedingungen anschauen, sieht die Mutter und die Geschwister, kann den Welpen in Ruhe auswählen und hat die Gewähr, dass er gut aufgezogen und gesund ist.

• Weitere Informationen zum Thema gibt es bei der Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel: http://www.wuehltischwelpen.de/ .

Tödliche Hitzefalle - das Auto als Backofen!

Hitze_Temperaturtabelle.pngSchon bei moderaten Außentemperaturen von „nur“ 20 Grad steigt in einem geschlossenen Auto die Innentemperatur schnell auf über 40 Grad bis 70 Grad, das sind tödliche Temperaturen für ein Lebewesen. Bereits eine viertel Stunde in einem geschlossenen Wagen unter praller Sonne ist lebensgefährlich, ein offener Fensterspalt ist für den notwendigen Wärme- und Luftaustausch unzureichend. Daher sollten weder Hunde noch Kleinkinder auch nur für wenige Minuten allein im Auto in der Sonne gelassen werden. (Und ein im Schatten abgestellter Wagen kann durch die Sonnenwanderung unerwartet schnell in der Sonne stehen!) Der Körper heizt sich auf, die Regulationsmechanismen versagen, die durch die Hitze zugeführte Energie kann nicht ausreichend wieder abgeführt werden, es kommt zum Hitzschlag, der Hirnschäden oder den Tod verursachen kann. Im Gegensatz zum Menschen können Hunde nicht am Körper schwitzen, denn sie haben nur unter den Pfotenballen Schweißdrüsen. Sie können die Körpertemperatur nur z.T. über verstärktes Hecheln abgeben, besonders kurzköpfige Rassen (z.B. Möpse, Bulldoggen) mit den verkleinerten und deformierten Atemwegen der Nase sind daher besonders empfindlich für einen Hitzekollaps.

Hunde mit Symptomen der Hyperthermie (starkes Hecheln, Lethargie, Unruhe, Appetitlosigkeit, Durst, dunkle Zunge, Herzrasen, Fieber, Erbrechen, Durchfall, Torkeln) müssen sofort in den Schatten gebracht und vorsichtig abgekühlt werden. Benutzen Sie dafür feuchte Tücher und bieten Sie (kein eiskaltes) Wasser zum Trinken an. Ein Hitzekokllaps ist immer ein Notfall, bringen Sie den Hund so schnell wie möglich zum nächsten Tierarzt.

In obiger Tabelle sehen Sie zur Verdeutlichung der Hitzegefahren, wie schnell die Temperatur im Auto bei verschiedenen Außentemperaturen je nach Zeit ansteigt. (Grafik Ärztezeitung, Quelle: Dr. Andrew Grundstein)

 

 

 Ratschläge der Tierschutzorganisation PETA zu Hunden und Hitze.

(1) Lassen Sie Ihren Hund im Haus, in der Wohnung. Falls das nicht geht, vermeiden Sie die heißeste Tageszeit. Sorgen Sie für Schatten, Wasser und ein Planschbecken. Bewahren Sie Trinkwasser in einem fest verankerten Eimer oder einer schweren Schale auf.

(2) Achten Sie auf angekettete Hunde. Gehen Sie sicher, dass sie Futter, Wasser und Obdach haben. Falls Sie einen Hund in Not sehen, kontaktieren Sie den Tierschutz. Geben Sie dem Hund sofort Wasser als Erleichterung.

(3) Lassen Sie niemals einen Hund in einem geparkten Auto zurück. An einem Tag mit 25°C beträgt die Temperatur in einem schattigen Auto 32°C, während ein Auto, das in der Sonne steht, nach wenigen Minuten 70°C Innentemperatur erreichen kann. Tiere können in nur 15 Minuten einem Hitzschlag erliegen.

(4) Falls Sie einen Hund in einem Auto sehen, notieren Sie sich Farbe, Modell, Marke und Kennzeichen des Autos und lassen Sie den Halter im Geschäft ausrufen oder kontaktieren Sie den örtlichen Tierschutz oder die Polizei. Kontaktieren Sie PETA zur Anforderung von Flugblättern über die Gefahren des Hitzschlags, die an Windschutzscheiben angebracht werden können.

(5) Transportieren Sie Ihren Hund nicht auf der Ladefläche eines Pickup-Trucks. Das ist immer gefährlich, aber die Hitze birgt noch zusätzlich die Gefahr, dass der Hund sich die Pfoten auf dem heißen Metall verbrennen könnte.

(6) Nehmen Sie Ihren Hund nicht mit zum Joggen – außer am kühlen Morgen oder Abend –, und zwingen Sie ihn nicht zu Anstrengungen. Pausieren Sie auf langen Spaziergängen oft und nehmen Sie viel Wasser mit. Hunde können sich auf heißen Bürgersteigen die Pfoten verbrennen; gehen Sie lieber auf schattigen, mit Gras bewachsenen Wegen.

(7) Stutzen Sie langhaarigen Hunden das Fell, aber lassen Sie ein paar Zentimeter zum Schutz vor Insekten und Sonnenbrand stehen. Achten Sie auf Bereiche mit dünnem Fell wie Augenlider, Ohren und Nase.

Welpen sind keine Schnäppchenware! (02.06.2014)

Die BTK warnt vor dem Kauf billig angebotener Rassehunde

Am 1. Juni hat der Verband für das Deutsche Hundewesens (VDH) den "Tag des Hundes 2014" ausgerufen. Die Bundestierärztekammer möchte aus diesem Anlass erneut auf ein Thema aufmerksam machen, das Hundehalter und Tierärzte gleichermaßen betrifft: den illegalen Welpenhandel und die sogenannten "Wühltischwelpen". So sorgte beispielsweise erst Anfang Mai ein illegaler Welpentransport, der von der Polizei bei Passau gestoppt wurde, für Schlagzeilen: 27 Hundebabys, vor allem Bulldoggen, saßen eingepfercht in viel zu engen Boxen. Die Tiere hatten weder Futter noch Wasser, waren krank und ungeimpft ...
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Vorsicht bei Reisen mit Hund nach Dänemark (11.03.2013)

Danmark1.jpgBitte informieren Sie sich vor einer Reise immer über die jeweiligen Bestimmungen des Reiselandes speziell zu dort verbotenen Hunderassen.
In diesem Zusammenhang warnen wir ausdrücklich vor Reisen mit Hunden nach Dänemark. Seit dem 01. Juli 2010 ist in Dänemark ein neues Hundegesetz in Kraft getreten, dessen Verbote und Restriktionen gelten auch für Touristen, die mit ihren Hunden einreisen. Die Behörden in Dänemark greifen radikal durch, bis zur sofortigen Tötung von Hunden!
Die wichtigsten Punkte: weiterlesen hier

"Wissen ist Tierschutz“ – auch in der Hundehaltung (04.10.2012)

(BTK Berlin) ) Anlässlich des Welttierschutztages 2012 am 4. Oktober appelliert die Bundestierärztekammer an zukünftige Hundehalter, sich vor der Anschaffung gründlich über die Bedürfnisse des neuen Familienmitglieds und rassespezifische Besonderheiten zu informieren.

„Wir beobachten mit Sorge, dass Hunde für viele Menschen nur schmückendes Accessoire, Statussymbol oder ein vermenschlichter Partnerersatz sind. Ihre artgemäßen Bedürfnisse nach sozialer Interaktion, Beschäftigung und Bewegung bleiben da meist auf der Strecke. Und wenn es Probleme gibt, muss Freund Hund eben weg“, erklärt Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer.
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Dortmunder Appell - Für eine Wende in der Hundezucht

Im Mutterland der Rassehundezucht Großbritannien hat das Jahr 2008 eine grundlegende Wende eingeleitet. Deren einziges Ziel ist, das Wohl und die Gesundheit der Hunde nunmehr konsequent und ohne Einschränkungen in den Mittelpunkt der Zucht zu stellen. Auch Österreich hat bereits Maßnahmen in diese Richtung ergriffen. Wir sehen auch für Deutschland die Notwendigkeit einer solchen Wende im Zuchtwesen.

Die Unterzeichner sehen es als vorrangiges Ziel jedes Hundefreundes, sich für die Gesundheit und das Wohl unserer Hunde einzusetzen. Bisher wird in der Zucht aber viel zu wenig auf die Gesundheit der Hunde geachtet. Inzucht, Übertypisierungen, Erbkrankheiten bis hin zu Qualzuchtmerkmalen sind leider keine Seltenheit. Ganze Rassen können sich ohne aktive Hilfe des Menschen nicht mehr vermehren.

Wir appellieren an die Verantwortlichen in den Zuchtvereinen und -verbänden, an die Züchter wie auch an die Hundehalter und Behörden, sich für eine nachhaltige Wende in der Zucht zugunsten des Wohles und der Gesundheit unserer Hunde einzusetzen!

- Laufen, Atmen, Sehen ...
- Keine Zucht nach Moden ...
- Nein zu Inzucht ...
- Für eine Neuausrichtung des Ausstellungswesens ...
- Der Tierschutz als aktives Recht auch in der Zucht ...
- Hunde befähigen, ihre Aufgaben zu meistern ...
- Für eine neue Ethik der Zucht ...

Juni 2009
Bitte lesen Sie hier weiter (runter scollen) oder laden den Appell als PDF runter.
www.dortmunder-appell.de/

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blond_1933mod_kl.jpgFoto: © Barbara Litza

Tierärzte empfehlen Vorsorgemaßnahmen an „beiden Enden der Leine"

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr, heißt es für den Menschen – und gilt auch für den Hund. Schon der Welpe muss richtig mit seiner Umwelt vertraut gemacht und erzogen werden, damit er als Erwachsener nicht zum Problemhund und eventuell gefährlich wird. Weil Welpenschulen eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung sind, hat die Bundestierärztekammer jetzt Standards für sie beschlossen.
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Was Sie wissen sollten zur Hundehaltung

Einen Hund zu halten und zu pflegen ist für viele Hamburgerinnen und Hamburger wichtig und bedeutet Natur und ein Stück Lebensqualität. Die Tierärztekammer Hamburg möchte Sie hiermit über die Haltung Ihres Hundes, über Ihre Rechte und Pflichten informieren. Die Nachfrage bestimmt den Markt, daher appellieren die Hamburger Tierärzte an die Hundebesitzer: Kaufen Sie keine kupierten Hunde, sondern verlangen Sie Hunde, die Sie mit wedelndem Schwanz begrüßen können!
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Fehlende Möglichkeit zur Kommunikation bei kupierten Hunden

Erinnern Sie sich noch an den tapsigen, verspielten Welpen, der Ihnen neulich beim Spaziergang im Park entgegenkam? Der, der zu Ihrer Begrüßung freundlich mit dem Schwanz wedelte? Wedelte der Hund wirklich? Oder hatte man ihm statt eines Schwanzes nur einen winzigen kleinen Stummel gelassen?
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Wesenstest bei Hunden

Der Begriff „Wesenstest“ ist eigentlich unglücklich gewählt – hat sich aber im Laufe der letzten Jahre eingebürgert. Natürlich lässt sich das gesamte „Wesen“ eines Hundes nicht mit einem einzelnen Test erfassen. Man kann immer nur Teilaspekte herausgreifen und je nachdem, welches Ziel erreicht werden soll, werden dann bestimmte Schwerpunkte in den Tests gesetzt. Die Tests, die heute gemeinhin als Wesenstests bezeichnet werden, dienen dazu, sich ein Bild über die Gefährlichkeit eines individuellen Hundes nach den Maßgaben von Gefahrhunde-Verordnungen zu machen.
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